Nicht, dass es an Rückblicken zur re:publica mangelt, und ein wenig spät ist es auch schon – weil mein Kollege Tom Klein und ich aber ohnehin unsere Eindrücke vortragen wollten, hier eine kleine Storify-Sammlung.
Ein weiteres re:publica-Storify von Tilo Specht @tspe unter dem schmerzhaften Titel “re:publica 2012 – am Scheideweg?” hier. Was Lobo angeht, bin ich anderer Meinung. Trotzdem nett.
Ein wenig enttäuscht hat mich im Vergleich dazu das aufwändige rp:live-Blog-Projekt, das ich ja ein wenig mit Vorschußlorbeeren beworfen hatte; anders als es die Unterzeile versprach, war das Blog weder besonders crowdsourced noch besonders live, sondern solides Schwarzbrot. Da hätten die Studentinnen und Studenten der h_da, die ich treffen durfte, ganz anderen Pfeffer reingebracht.
Anfang April hatte ich die Ehre, an der Hochschule Darmstadt einen Workshop übernehmen zu dürfen; im Rahmen eines Innovations-Seminars ging es einen Montagvormittag lang um das Thema Prozessjournalismus. (Einen Einblick erlauben die drei Twitter-Accounts @h_da_live1, @h_da_live2 und @h_da_live3, unter denen Workshop-Teilnehmer während der Veranstaltung getwittert haben – unter dem Hashtag #hdapj übrigens.)
Am Ende des Prozessjournalismus-Workshops stand eine Aufgabe: Entwerft ein Konzept, um über die re:publica zu berichten. Schöne Ideen kamen dabei heraus, unter anderem die, Informationen ortsbasiert aufzubereiten – ich checke zu einem Vortrag ein und bekomme den Stream genau dazu und drumherum. Ansonsten das gewünsche Ergebnis: Alle Konzepte, die die Studierenden entworfen haben, drehten sich um prozessjournalistische Ideen – eine Anzahl von Reportern in verschiedenen Rollen. Das Ganze ergänzt mit Hintergrundmaterial, Fundstücken aus den Social-Media-Kanälen von #rp12-Teilnehmern und – mit Werkzeugen wie Storify – zu einem oder mehreren Strömen zusammenkuratiert.
…nämlich zum Wiederaufstieg eines Leitmediums unserer Kindheit: Yps. Nur echt mit kariertem Känguru und Plastespielzeug. Die angekündigte Neuauflage war am heutigen Tag sofort “trending topic” bei Twitter, und mein hr-Kollege Tom Klein hat das Thema für eine kleine prozessjournalistische Fingerübung genutzt, der ich hier mit seiner freundlichen Erlaubnis einen Platz geben möchte. Enjoy.
Etwas kleinlaut möchte ich außerdem zugeben, dass der Versuch, von “Streamjournalismus” zu sprechen, nicht besonders reflektiert noch erfolgreich war. Der Neologismus sei hiermit drangegeben und durch den gebräuchlicheren, wenn unverständlicheren “Prozessjournalismus” ersetzt.
Die Idee, Google mit einem Bild von mir zu füttern und nach aus Maschinensicht ähnlichen Bildern zu suchen, war nicht nur albern. Die Suche ergab einen durchaus sehr relevanten Treffer: Google erkennt, dass das Bild so auf der Profil-Seite meines Blogs zu finden ist. Dieses Blog ordnet es meinem Google-Profil zu, und damit sind meine öffentlichen Google+-Posts nur einen Klick weit entfernt. Und darin steckt der gewichtigste Grund, weshalb wir kleinen Medien-Machiavellis wir uns überhaupt mit Google+ beschäftigen.
Google+ ist Googles vorletzte Hoffnung, den Anschluss an die soziale Echtzeit-Suche nicht zu verlieren – nachdem die Kooperation mit Twitter nicht von Dauer war und Facebook eng mit dem Suchmaschinen-Konkurrenten Microsoft verbandelt ist, ist das eigene Netzwerk der beste Zugang zu den Posts und damit zu den Gedanken von Millionen Nutzern ohne Zeit- und Reibungsverlust. „Google wird Google Plus“ – so bringt es der deutsche PR-Chef des Suchmaschinenriesen auf den Punkt. Und diese Einsicht führt wiederum zu der Vermutung, eine Präsenz auf Google+ müsste sich doch irgendwie positiv auf die Suchergebnisse auswirken und damit auf den Traffic – die Google+-Seite als einfache Form der Suchmaschinenoptimierung. Sonst wäre Google+ wirklich längst die Social-Media-Geisterstadt, über die das Wall Street Journal Anfang des Jahres gehämt hat. Oder: ist es das nicht längst? Weiterlesen… »
Am 26. April aktualisieren wir die Größe des Profilbilds auf allen Seiten. Diese kleine Änderung teilen wir dir im Voraus mit, damit du dein Profilbild am 26. April aktualisieren kannst. Das neue Profilbild ist 160 x 160 Pixel groß und hat 23 Pixel Abstand nach links und 210 Pixel nach oben. (meine Hervorhebungen)
(Was Facebook nicht sagt: Derzeit ist das Profilbild 125 x 125 Pixel groß und sitzt an der Position x=28px, y=250px. Es wird von einem 4px breiten Rahmen umgeben, was sich meines Wissens nach nicht ändert.)
Nun, ich kann nicht sagen, dass das völlig überraschend kam: Allfacebook hatte es mal wieder vorher gewusst. Und an sich ist die Umstellung keine große Sache – es sei denn, man hat sich den “Seid kreativ”-Aufruf von Facebook zu Herzen genommen und mit durchgängigen Designs gezaubert. Da steht dann mal wieder eine Überarbeitung an:
Zuerst sollte man schauen, ob das größere Profilbild sich mit dem Titelbild verträgt. (Ein Hilfsmittel dazu im nächsten Absatz.)
Dann sollte man das Profilbild noch einmal in 160x160px erzeugen, um unschöne Grafik-Artefakte zu vermeiden.Korrektur nach einem Hinweis aus der Grafik: Da man das Profilbild ja ohnehin in 180×180 hochlädt, muss man es wohl nicht noch einmal erzeugen. (Was Facebook ohnehin mit Bildern anstellt, ist schlimm genug.)
Um den Test zu erleichtern, habe ich eine Photoshop-Vorlage gebastelt, die man hier herunterladen kann. Wer einen Fehler entdeckt: bitte in die Kommentare, wer sich erkenntlich zeigen will: bitte diesen Link teilen. ;)
Ob die Änderung gleich für alle verpflichtend wird oder man erst einmal abwarten kann, hoffe ich noch von Facebook zu erfahren.
Wussten Sie, dass die Google-Bildersuche auch nach optisch ähnlichen Bildern suchen kann? Ich wusste das bis heute nicht – und noch dazu, dass es so einfach ist: Google-Bildersuche aufrufen und ein beliebiges Originalbild per Drag&Drop auf die Seite schmeißen.
Fahrradbremse, Chinesen-General, Borbonenkönig: Ergebnisse der Google-Bildähnlichkeits-Suche
NB: Das hier ist deutlich beunruhigender als die Bildersuche des Suchgiganten Google – ein Startup, das sich auf die Erkennung von Gesichtern (zumal ähnlichen) spezialisiert hat. Der Algorithmus findet mein Gesicht, erkennt mich als vermutlich männlich, Brillenträger, lächelnd, gelöster Stimmung und schätzt mein Alter auf 50. Was nicht schmeichelhaft ist. Aber warum sollte es mir besser gehen als Mirko Lange.